Waldspaziergang

Dezember 2014

Nach einer Zeit mit üppigem Essen, wenig Bewegung und zu hohen Temperaturen kam nach den Weihnachtstagen ein kräftiger Hauch von Winter. Erst schneite es heftig und der Wind blies ordentlich, dann sank das Thermometer. Und im Handumdrehen waren die Straßen spiegelglatt und die Felder und Bäume erhielten eine schicke Puderzuckerhülle. Als noch blauer Himmel und Sonnenschein dazu kamen, hieß es: endlich nach draußen in den Wald und frische Luft tanken. Trotz beißender Kälte und dem einen oder anderen Ausrutscher war es eine Wohltat, nicht nur optisch. Die Nachmittagssonne erwärmte nicht den Körper, wirkte aber wie eine Aufheiterungspille.

Wie hilfreich Waldspaziergänge auch in der großen Politik  sein können, bewiesen 1982 Paul Nitze und Julij Kwitzinskij, die eine bahnbrechende Kompromissformel für die Rüstungsbegrenzung entwickelten. Dass sie sich später nicht durchsetzen ließ und es noch einen kräftigen Rüffel für die Verhandlungsführer gab, lag sicher nicht am Wald rund um den Genfer See.