Karneval

Februar 2015

Pappnase oder Promille? Es geht mir hier nicht um die schönen Seiten des rheinischen Straßenkarnevals. Die ausgelassene Fröhlichkeit, das monatelang vorbereitete Gemeinschaftserlebnis, die Pflege eines Brauchtums und das lustvolle Rollenspiel jenseits aller Konventionen sprechen viele Menschen an. Die Umzüge sind ein Höhepunkt der fünften Jahreszeit und werden entsprechend zelebriert. Man mag das oder eben auch nicht. Wem es nicht gefällt, der muss nicht hingehen. Das bunte Treiben an sich finde ich unterhaltsam, besonders wenn die Zugwagen ein Motto haben und die Obrigkeit ein, sagen wir mal, politisch unkorrektes Feedback erhält.

Die mit dem Menschenauflauf am Straßenrand verbundene Alkoholschlacht trübt allerdings meinen Karnevalsspaß erheblich. Entlang des Rosenmontagzuges gab es kleine und große Glas- und Dosensammlungen, die mit fortschreitender Zeit immer mehr zu wilden Müllkippen mutierten. Mancher Kinderwagen wurde schnell umfunktioniert. Diese Seite des Karnevals finde ich lästig und abstoßend. Immerhin blieb es während des zweistündigen Umzugs friedlich und länger bin ich auch nicht geblieben.