Autor: Frank Lorenz

„Alternative Fakten“

Üblicherweise verknüpfe ich meine Fotos nicht mit Tagespolitik. Auf dem Flug nach München und der Lektüre einer Tageszeitung, die den Aufreger des gestrigen Tages thematisiert, entstand dieses Foto. Mr. Trump poltert durch den weltpolitischen Porzellanladen und legt sich Fakten so zurecht, wie sie nützlich sind. Fakt oder Fake? Es wird schwieriger werden, den Unterschied zu erkennen. Wer weiß schon wohin die Reise geht? Sich zurücklegen, die Augen schließen und hoffen, dass man am Ende sicher landet, scheint mir keine Option zu sein.

Versteck

Nach längerer Zeit wieder ein Serie von Portraits. Es gab dabei unerwartete Besonderheiten und jede gute Idee darf in der Praxis scheitern. Die Hülle habe ich nicht durchstoßen, viel an der Oberfläche gekratzt und versucht, zum Verlassen des Verstecks zu bewegen. Das war nicht erfolgreich – und trotzdem war es eine gute Erfahrung für mich.

Rot

Kalt, richtig kalt mit Temperaturen so wie es sich im Dezember gehört. Überfrorene Autoscheiben, rutschige Steinplatten und Spinnweben, die durch den Rauhreif plötzlich mehrere Millimeter dick sind. Die kleinen und harten Felsenbirnen setzten einen wärmenden Farbtupfer dagegen und auch die Nachmittagssonne ließ sich nicht lumpen.

Brandung

Herbst und stürmische Tage an der Ostsee auf Rügen mit viel Regen und noch mehr Wind. Wenn der Regen nachließ, blieb der Wind und die großen Steine in Strandnähe waren wie Wellenbrecher. Ein munteres Hin und Her von Gicht, Wasserschwall und einem Zischen und völliger Ruhe. Und wie kam das rote Ziegelmauerwerk ins Meer?  

Reichstagsufer

Ein lauer Spätsommerabend mit multimedialem Spektakel am Reichstagsufer. Lichter, Mauerwerk, Projektionen, Touristen – und Spaziergänger, Sportler, Radfahrer. Das ergab eine interessante Mischung in der Tour durch die deutsche Geschichte.

Pergine 2.0

Es ist eine besondere Burg mit stolzen Gastgebern, die ihren einen Hotelstern hartnäckig verteidigen. Nach drei Jahren gab es eine Rückkehr in das Valsuganatal und die war eine schöne Mischung von Entschleunigung, Genuss und Entdeckungen. Die Kunstausstellung auf dem Burggelände war natürlich jetzt eine andere – mit interessanten Perspektiven.

Cosplay D

Im Frühjahr zieht es die Japan-Begeisterten mit schöner Regelmäßigkeit nach Düsseldorf. Es war heiß, brechend voll und free hugs waren bestimmt nicht mein Ziel. Das Schöne sind die phantasievollen Kostüme und die große Bereitschaft, sich zu zeigen und zu präsentieren.

Winter I

Im mittlerweile ja spätherbstlich daher kommenden Winter, den ich eher als mediterran angehauchten Irrläufer beschreiben möchte, geschah das Unerwartete: Schneefall. Keine wirklich großen Mengen und für Tiroler Verhältnisse geradezu der blanke Hohn, aber immerhin. Also raus und die angezuckerte Natur erleben. Alles wird irgendwie stiller, beschaulicher und hat plötzlich meditative Tiefe. So ragen zum Beispiel hartnäckige Pflanzenreste aus der dünnen Schneedecke und behaupten sich. Das Ganze wird als gerahmte Fotocollage meine neue „Butze“ verschönern.

Sade

Sade

Sade ist eine britische Band, die im Jahr 1983 gegründet wurde, und nicht nur der verkürzte Name der Sängerin Helen Folasade Adu. Erstmals habe ich Sade im Jahr 1986 in Hamburg live erlebt und das hat meinen Musikgeschmack nachhaltig geprägt. Meine Begeisterung für diese Band hat zwischen den wenigen Neuerscheinungen und den noch selteneren Tourneen einiges an Durststrecken verkraften müsssen, ist aber nie ernsthaft auf die Probe gestellt worden. Vor vier Jahren geschah das Unerwartete: eine Deutschlandtournee! Ich war in Köln und Dortmund dabei und hin und weg. Die Band, die größtenteils immer noch in Originalbesetzung spielt, überzeugte als Ganzes mit musikalischer Virtuosität und einer aufwändigen Bühnenshow. Mit ihrer samtweich-rauchigen Stimme und einer fesselnden Bühnenpräsenz gelang es der 52-Jährigen mühelos, das Publikum fest in ihren Bann zu ziehen. Unverwechselbar, authentisch, eigensinnig und unnahbar – diese Mischung trotzt dem Zeitgeist. Wird es nochmals eine Tournee geben oder war das ein endgültiger Abschied? Ich warte also und habe immerhin knapp 1.800 Fotos auf beiden Konzerten geschossen. Das ist ziemlich irre, fühlt sich aber gut an. 😉

Morgens

Morgens

Ein kurzer Abstecher morgens gegen 9 Uhr an die Niers. Es herrschte eine besondere Stimmung auf dieser frühen Rundtour: Die Sonne kämpfte sich durch den Hochnebel und die ersten Hundebesitzer, vereinzelte Jogger und ambitionierte Fahrradfahrer waren trotz der unangenehmen Kälte schon unterwegs. Unerwartet tauchten eine Frau und ein Mann auf dem morastigen Pfad neben den Bäumen auf. Es bleibt mir unerklärlich, wo sie urplötzlich herkamen.